Enten Füttern Schwäne28.02.2021  -  Die ersten Sonnenstrahlen tauen Deutschland auf und die Menschen gehen Enten füttern. Damit tun sie weder den Tieren noch der Umwelt einen Gefallen.
Kaum taut der bitterkalte Winter ein wenig auf, strömen die Menschen im von Corona geplagten Deutschland in die Parks. Kinder lachen, Vögel zwitschern und Enten bekommen tütenweise Futter. Doch Naturschutzverbände warnen: Getrocknetes Brot, gedankenlos und in Massen verfüttert, schadet den Tieren. Das Entenfüttern muss ein Ende haben, fordert beispielsweise der Naturschutzbund NABU. 

Entenfüttern: Wasservögel wie Enten sind Wildtiere, Fütterung ist „Tierquälerei“
Wasservögel, also auch Enten, sind Wildtiere. Sie kommen alleine und ohne menschliche Hilfe von außen zurecht, in ihren Teichen und Tümpeln finden sie genug Essen. Der Kreislauf der Natur versorgt die Tiere mit ausreichend Nährstoffen, eine Zufütterung ist schlicht nicht nötig. Der NABU Leipzig fragt auf seiner Homepage dementsprechend pointiert: „Würden Sie einen fettleibigen Menschen täglich mit Fast Food voll stopfen? Wohl kaum. Und genau so ergeht es den Vögeln.“
Die Ansage der Tierschützer ist klar: „Deshalb füttern wahre Tierfreunde Wasservögel nicht!“ Denn das Entenfüttern ist kein Akt der Tierliebe, vielmehr nennen es Tierschützer des NABU schlicht „Tierquälerei“ und vergleichen es mit dem Stopfen von Gänsen. Die Tiere litten darunter, verstünden aber nicht warum. Zusätzlich kann das Brot zu Verformungen, sogenannten „Kippflügeln“ und schweren Schäden am Gefieder von Wasservögeln führen.

Die Natur leidet unter dem Entenfüttern, die Lebensqualität an den Gewässern leidet
Und auch die Natur leidet unter dem Entenfüttern. An Weihern, Teichen und Tagebau- und Badeseen würden mit dem Füttern im Winter zusätzliche Tiere angelockt, welche die Probleme der Gewässer verschärfen. Viele Wasservögel kämen auch deswegen im Winter dorthin, weil sie gelernt hätten, dass es dort bequem „Fast Food“ gäbe - ohne zu ahnen, wie schädlich es für sie ist. 
Dazu kommt, dass die Ausscheidungen der Enten dazu führen, dass Gewässer unverhältnismäßig verunreinigt würden, was die natürlichen Lebensräume der gefährdet. Taucher nennen dies „Grünen Schnee“, der sich in einem Winterhalbjahr auf bis zu drei Zentimeter über die Teiche und Seen legt. Ist eine Wasserstelle erst einmal „umgekippt“, vermehren sich Blaualgen und Purpurbakterien, was für die Wasserqualität extrem schädliche Auswirkungen haben kann. Dazu kommt ein heftiger Gestank, der Mensch wie Tier die Freude am Wasser verdirbt.

Enten bitte nicht füttern: Naturschützer appelieren an die Vernunft tierlieber Menschen
Der NABU richtet sich deswegen eindringlich an fütternde Tierfreunde, die es nur gut meinen: „Wir appellieren an die Vernunft der Menschen, die Tiere nicht zu füttern, um unsere Gewässer für viele nachfolgende Generationen in ihrer heutigen Qualität zu erhalten. Wir möchten Sie bitten, sprechen Sie Ihre Mitmenschen an und machen Sie Ihre Mitmenschen darauf aufmerksam, dass das Füttern falsch verstandene Tierliebe ist.“