Bildergebnis für „Say their names“: Opfer von Hanau20.02.2021  -  Ein Jahr nach dem rassistischen Anschlag in Hanau haben rund 3000 Menschen in Frankfurt der Opfer gedacht – weitgehend friedlich. Aber es gab auch Kritik an der Polizei.
Frankfurt – Rund 3000 Menschen haben am Donnerstagabend während einer Demonstration in der Innenstadt von Frankfurt an die Opfer des rassistischen Anschlags in Hanau* vor knapp einem Jahr erinnert. Am Abend des 19. Februar 2020 hatte ein 43-Jähriger Gökhan Gültekin, Sedat Gürbüz, Said Nesar Hashemi, Mercedes Kierpacz, Hamza Kurtović, Vili Viorel Păun, Fatih Saraçoğlu, Ferhat Unvar und Kaloyan Velkov aus rassistischen Motiven getötet.
In der Nähe des Heumarkts hatte der Attentäter vor einem Jahr gegen 22 Uhr an einer Shishabar drei Menschen erschossen. Weitere sechs Personen tötete er anschließend in Hanau-Kesselstadt. Im Anschluss daran fuhr er zu seiner Wohnung und erschoss seine Mutter und anschließend sich selbst.

„Say their names“: Mit Plakaten wurde an die Opfer des Anschlags von Hanau gedacht
Mit Porträts und Plakaten mit der Aufschrift „Say their names“ gedachten die Demonstranten bei einer Kundgebung vor dem Frankfurter Hauptbahnhof und einem Demonstrationszug der Opfer. Zentrale Forderung an diesem Abend war: Sich stärker mit Rassismus und Rechtsextremismus in Deutschland auseinanderzusetzen. Das berichtet die Nachrichtenagentur dpa.
Immer wieder waren Sprechchöre mit „Hanau war kein Einzelfall“ zu hören. Die Proteste blieben am Donnerstagabend laut dpa weitgehend friedlich. Erst als einige Menschen Pyrotechnik zündeten, sei es vorübergehend unruhig geworden, heißt es. „Wo wart ihr in Hanau?“, riefen einige Demonstranten in Richtung der zahlreich anwesenden Polizisten.

Bundesweite Gedenkfeiern für die Opfer des Anschlags von Hanau
Wie berichtet, hatte die „Initiative 19. Februar Hanau“ den Sicherheitskräften unter anderem Fehlverhalten in der Tatnacht vorgeworfen. Der Zusammenschluss von Angehörigen der Opfer hatte zudem vor Kurzem Strafanzeige gegen den 73-jährigen Vater des Täters gestellt* – unter anderem wegen Beihilfe zum Mord. Die Ermittlungen laufen
Am 19. Februar soll es überall in Deutschland Gedenkfeiern unter dem Motto „Hanau ist überall“ geben. Auch eine Veranstaltung in Hanau ist geplant. Zu ihr wird unter anderem Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier erwartet, daneben Hessens Ministerpräsident Volker Bouffier (CDU) und Hanaus Oberbürgermeister Claus Kaminsky (SPD). Auch der ehemalige Fußballtrainer Rudi Völler als Ehrenbürger der Stadt soll an der Gedenkveranstaltung teilnehmen.