Bildergebnis für Kilometerlange Staus an der bayerisch-tschechischen Grenze16.02.2021  -  Viel Geduld haben Fahrer an der bayerisch-tschechischen Grenze am ersten Werktag nach Einführung der Kontrollen gebraucht.
Bis zu fünf Kilometer lange Staus bildeten sich an den Grenzübergängen in Oberfranken, wie ein Sprecher der Bundespolizei-Inspektion Selb am Montagvormittag sagte. Lastwagenfahrer hätten teilweise drei Stunden gewartet. "Bei jeder dritten Kontrolle müssen wir den Fahrer dann wieder nach Tschechien zurückschicken." Oft fehle die digitale Anmeldung oder das negative Corona-Testergebnis.
Jedes Fahrzeug werde überprüft, niemand einfach so durchgewunken. "Wir haben permanent Einzelfällen, über die wir entscheiden müssen", berichtete der Polizeisprecher. Denn nur wenige Pendler mit systemrelevanten Berufen dürfen überhaupt noch einreisen - dazu zählen etwa Beschäftigte in der Arzneimittel- und Medizinproduktion, Mitarbeiter von Berufsfeuerwehren und Sicherheitsdiensten oder Beschäftigte in öffentlichen Einrichtungen.
"Ein Handwerker muss uns beispielsweise schon genau erklären, warum wir ihn über die Grenze lassen müssen", erklärte der Sprecher der Bundespolizei. Wer bei einem Glaswerk Impffläschchen produziere, dürfe weiterfahren. "Wenn der Fahrer aber irgendwo ein Tor installieren will, muss das leider warten." Noch muss die Bundespolizei darüber im Einzelfall entscheiden, ab Mittwoch brauchen Pendler eine Bescheinigung der Behörden. "Dann werden die Grenzkontrollen auch schneller gehen."
Auch an dem zentralen Grenzübergang von Tirol nach Bayern mussten am Montag zahlreiche Einreisende zurückgewiesen werden, sagte ein Sprecher der Bundespolizei-Inspektion Rosenheim. Einige hätten nicht das vorgeschriebene negative Testergebnis dabei gehabt. Der Test könne an der Grenze in einem Testzentrum nachgeholt werden, der Betreffende bekomme aber dennoch eine Anzeige wegen Verstoßes gegen die Corona-Einreiseregeln.
Trotzdem warteten am Übergang Kiefersfelden nur etwa ein Dutzend Autos und ebenso viele Lastwagen, wie der Sprecher am Montagvormittag berichtete. "Die Verkehrssituation ist recht entspannt."
Nach den neuen Vorgaben dürfen aus weiten Teilen Tirols in Österreich sowie aus Tschechien nur noch Deutsche, Ausländer mit Wohnsitz und Aufenthaltserlaubnis in Deutschland, landwirtschaftliche Saisonarbeitskräfte und Gesundheitspersonal einreisen. Ausnahmen gibt es auch aus familiären Gründen. Tschechien und Tirol gelten als Virusmutationsgebiete.